K.A.P.I.E.R.T.
Kennen Sie das Gefühl, einen wichtigen Behördenbrief in den Händen zu halten – und trotzdem kaum zu verstehen, worum es eigentlich geht? Komplexe Formulierungen, Fachbegriffe und lange Sätze erschweren vielen Menschen den Zugang zu wichtigen Informationen. Besonders für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen kann das zu einer großen Herausforderung werden.
Doch nicht nur das Verstehen ist oft schwierig. Auch das Antworten stellt viele Menschen vor Probleme. Häufig wissen Betroffene genau, was sie mitteilen möchten – aber nicht, wie sie ihre Anliegen in der Sprache von Behörden oder Ämtern formulieren sollen. Die Folge: Formulare werden als unvollständig bewertet, Anliegen können nicht bearbeitet werden oder wichtige Fristen verstreichen.
Genau hier setzt K.A.P.I.E.R.T. an.
K.A.P.I.E.R.T. steht für
„KI-Assistent für Partizipation durch individuelle & einfache (Rück-)Übersetzung“.
Das Projekt zeigt, wie digitale Technologien gesellschaftliche Teilhabe konkret unterstützen können. Gemeinsam mit Menschen mit kognitiven Teilhabebeeinträchtigungen – die aktiv als Co-Forschende beteiligt sind – wird eine innovative digitale Assistenz entwickelt, die Menschen dabei unterstützt, behördliche Schreiben eigenständig zu verstehen, Entscheidungen zu treffen und selbst darauf zu reagieren.




Die digitale Assistenz übersetzt komplexe Bescheide, Formulare und Schreiben automatisch und ohne Medienwechsel in leicht verständliche Sprache. Nutzer*innen erhalten dadurch die Möglichkeit,
- Inhalte besser zu verstehen
- wichtige Fristen zu erkennen und zu organisieren
- Entscheidungen selbstbestimmt zu treffen
Gleichzeitig unterstützt K.A.P.I.E.R.T. auch beim Verfassen eigener Antworten. Alltagssprache wird dabei in passende Verwaltungssprache übertragen, sodass Nutzer*innen eigenständig mit Behörden kommunizieren können.
Dadurch können Menschen:
- Formulare selbst ausfüllen
- eigene Antworten formulieren
- Widersprüche erstellen
- selbstständig mit Behörden und Ämtern kommunizieren
K.A.P.I.E.R.T. versteht sich dabei nicht nur als reines Übersetzungssystem. Die Assistenz arbeitet dialogbasiert – ähnlich wie in einem Gespräch. Nutzer*innen können Fragen stellen, sich Inhalte erklären lassen und Schritt für Schritt durch Entscheidungsprozesse begleitet werden.
Zum Beispiel:
„Was bedeutet dieser Bescheid für mich?“
„Welche Frist muss ich beachten?“
„Wie kann ich darauf antworten?“
Die KI hilft dabei, Zusammenhänge verständlich zu machen, Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und selbstbestimmte Entscheidungen zu unterstützen.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist das Co-Design. Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen werden aktiv in die Entwicklung eingebunden. Sie testen Funktionen, gestalten Oberflächen mit, identifizieren relevante Anwendungssituationen und geben kontinuierlich Feedback. So entsteht eine Technologie, die nicht nur technisch funktioniert, sondern im Alltag wirklich hilfreich und verständlich ist.
Das Projekt K.A.P.I.E.R.T. wird von der Aktion Mensch Stiftung vom 01.01.2026 bis zum 31.12.2028 gefördert.



